Ein kapitaler Hirsch, der die Herzen der Jäger höher schlagen lässt! - Ursache des unseligen Tropäenkultes und der Trophäenjagd.
Ein kapitaler Hirsch, der die Herzen der Jäger höher schlagen lässt! - Ursache des unseligen Tropäenkultes und der Trophäenjagd.

Schalenwild

 

"Schalenwild", das sind Tierarten, die Hufe an den Füßen haben. Rot-, Stein-, Gams- und Schwarzwild, aber auch die eingebürgerten Arten wie Dam-, Sika- oder Muffelwild zählen dazu.

 

Schalenwildarten sind allesamt Säugetiere. Sie sind unsere größten Tiere in freier Natur. Was aber ihre Wertschätzung in der Jagd betrifft, macht sie eine Besonderheit wichtig: Ihre Hörner und Geweihe, in der Jagd "Trophäe" genannt! Ein Hirsch wie der im Bild nebenan lässt deshalb die Jägerherzen höher schlagen.

 

Das Unselige an der daraus resultierenden Trophäenjagd sind die damit verbundenen zu zahlreichen Schalenwildtiere. Denn je mehr Schalenwild, desto mehr Trophäen! Früher, unter Reichsjägermeister Göring, hießen die Veranstaltungen, an denen man die Trophäen ausstellt, "Trophäenschauen". Heute heißen sie Hegeschauen - inhaltlich sind beide gleich.

 

Zu hohe Schalenwildbestände setzen dem Wald und im Falle des Schwarzwildes den Feldern der Bauern zu. In vielen Fällen kann sich in der BRD der Wald nicht standortgerecht entwickeln, weil zu hohe Schalenwildbestände das verhindern. Dann müssen die Eigentümer teure Schutzmaßnahmen installieren, die oft nicht sonderlich effektiv sind, und die Gesellschaft muss sich mit ansehen, dass der Waldumbau hin zu klimatoleranten Wälder nicht oder nur schlecht gelingt. Eine fatale Entwicklung!

 

Deshalb brauchen wir eine effektive Jagd, die unsere Schutzwälder in den Alpen oder grundsätzlich den Aufbau klimastabiler Wälder ermöglicht. Wo das gelingt, kann man sich über unser Schalenwild nur freuen. Dort, wo das Schalenwild seinem Lebensraum angepasst ist, bereichert es diesen natürlich immens.

 

Eingestellt: 170502

Aktualisiert: 170528

© Dr. W. Kornder