Luitgard und Rafael 22.09. 2012
Luitgard und Rafael 22.09. 2012

Die Weggemeinschaft der Kontemplationslinie:

"Wohnraum des Göttlichen" (WdG)

 

Luitgard Tusch-Kleiner

- Beauftragte Lehrerin des WFdK

- Dipl. Sozial-Pädagogin und Studium der Entwicklungspsychologie in Freiburg und München

- Zenschulung bei H.E.M. Lassalle u.a.m.

- Seit 1972 Leitung von Kontemplationskursen in 42 Bildungseinrichtungen im In- und Ausland.

- Ausbildung in Geistlicher Begleitung bei Dr. Dr. Paul Imhoff. München - Kontemplationsschulung und -ernennung mit Lehrauftrag von Willigis Jäger 2003

- Mitglied des Aufnahmegremiums in der WSdK Holzkirchen

- Veröffentlichungen zur Kontemplation in Büchern und Aufsätzen

- Gründung der Weggemeinschaft und Kontemplationslinie Wohnraum des Göttlichen am 22.09.2012 in Bad Sassendorf

 

Die Gründung der Weggemeinschaft und Kontemplationslinie „Wohnraum des Göttlichen“ (WdG) fand am Freitag den 22.09.2012 in Bad Sassendorf, Westfalen, gemeinsam mit dem von mir ernannten Kontemplationslehrern und -lehrerinnen statt.

 

Selbstverständnis und Anliegen der Weggemeinschaft und Kontemplationslinie "Wohnraum des Göttlichen“

Wir sind heute in einer sehr schnelllebigen Zeit. Immer neue Ideen, spirituelle Wegrichtungen steigen aus dem Nichts und gehen oft schnell wieder unter, was gestern noch wichtig war, ist oft morgen schon wieder überholt. Dabei wird auch vieles Wesentliche und Erprobte mit fortgespült und vergessen. Mein Selbstverständnis wie auch der Wunsch meiner jahrelang begleiteten und ernannten Kontemplationslehrer und -lehrerinnen ist: Selbst-Erfahrenes und Personalisiertes unseres gemeinsamen Übungs- und Erfahrungsweges immer neu zu bejahen und unsere Erfahrung auszutauschen und wenn gewünscht, einander auf dem Weg zu begleiten. Wir alle haben in diesen Jahren erfahren, dass die Praxis des Kontemplationsweges uns geprägt, verwandelt und erfüllt hat. Wir sind in unserem Menschsein gewachsen, gereift und die Tiefe des Erfahrungserkennens hat uns klarer werden lassen und mit Freiheit beschenkt. Als spirituelle Weggemeinschaft waren wir schon seit der Ernennung meiner Schüler zu Kontemplationslehrern und Kontemplationslehrerinnen auf dem Weg. Darin konnten wir uns bei unseren Jahrestreffen 2012 bestätigen. Wir waren uns auch darin einig, eine Kontemplationslinie in dem WFdK zu sein. So sprechen wir fortan nicht mehr allein, sondern sind eine Gruppe, die als spirituelle Menschen das WFdK mitgestalten und von unserer kontemplativen Ausrichtung her uns einbringen können.

 

Unsere Wegbeschreibung und Orientierung Kontemplation ist in der christlichen Mystik wie in unserer Weggemeinschaft ein Erfahrungsweg für achtsame, absichtslose, klare Präsenzerfahrung. Sie kommt über die Übung ungeteilter Versenkung und das Geschenk eines göttlichen Ergriffenseins in der "unio mystica" als Einheitserfahrung zur vollen Entfaltung. Diese Erfahrung wurde über die Jahrhunderte bezeugt: von den Wüstenvätern und -müttern, über Meister Eckehart, Margarete Porete, "Die Wolke des Nichtwissens", Johannes vom Kreuz, Teresa von Avila, Gerhard Tersteegen u.v.a. wie von Mystikern und Mystikerinnen anderer Glaubenswege. Christlicher Ursprung dieses spirituellen Weges ist Jesus Christus selbst, der uns immer wieder liebend lehrt, wie er selbst in die Einsamkeit zu gehen (Versuchung in der Wüste Mt 4,1-11; Aufenthalt an einsamen Orten z.B. Mk 1,45; Gethsemaneszene z.B. Mk 14,32ff) und in der "Herzkammer" mit dem Vater eins zu sein: "Ich und der Vater sind eins." Vgl. Joh. 10,30 und Mt 6,6).

 

Tägliche Übungspraxis befreit zum neuen Bewusstsein

Dazu gehören insbesondere: sitzen in absichtsloser Versenkung in angepasster Körperhaltung und leichtem Atemfluss oder mit einem Fokus. Das Bewusstsein identifiziert sich mit keinem Inhalt. So überlässt sich der Übende - befreit von Wort, Bild, Gefühl, Egohaltung - der göttlichen Geborgenheit. In diesem zeitlosen und raumlosen Getragensein geschieht Klärung und inneres Erwachen. Gleichzeitig begreift der Übende in seinem Tiefen-Selbst, wer er in Wahrheit ist. Diese Schau ins "Nackte Sein", Schauen ins Göttliche Selbst, mündet in die Vereinigung aller Gegensätze. Eine mystische Einheitserfahrung, Erleuchtung oder Gotteserfahrung ist ein klarer Bewusstseinszustand, der fortan die Haltung der Übenden zum Mit- und Selbstsein prägt. Jedes Einheits-Bewusstsein zeigt sich in der erwachten Personalisierung in der echten Beziehung zu allem, was lebt. In diesem Begreifen wird die Begleitung des erfahrenen Kontemplations-Lehrers unerlässlich. "Der Mensch, der in diesem Raum eintreten darf, erfährt ein Erwachen zu seinem wahren Wesen, das Christen göttlich nennen." (Willigis Jäger, Westöstliche Weisheit, 2007, S.91)

 

Lehrer- Schüler- Begleitung

Bei besonderer kontemplativer Begabung nach jahrelanger spiritueller praxisnaher Begleitung zum "Wohnraum des Göttlichen" auf dem Weg vom Schüler zum Lehrer oder zur Lehrerin, kann der/die Übende zum/r Kontemplations-LehrerIn ernannt werden. Diese Verantwortung liegt bei dem Begleitlehrer oder der Begleitlehrerin des WFdK. Ausbildungsinhalte bilden die Richtlinie der WSdK von 2010 zur Qualifikation der Lehrerausbildung. Unsere spirituelle Weggemeinschaft der Kontemplationslinie "Wohnraum des Göttlichen" umfasst folgende Kontemplationslehrer und -lehrerinnen als MitgründerInnen dieser Linie.

Luitgard M. Tusch-Kleiner, Lehrerin des WFdK , Gründerin dieser Kontemplations-Linie.

Dr. Wolfgang Kornder, Lehrer des WFdK und Vertreter dieser Kontemplations-Linie.

Petra Speth, Lehrerin des WFdK und Koordinatorin der Linie zum Vorstand und zum Beirat des WFdK

Jens Kretschmer, Lehrer und Vorstandsmitglied im WFdK.

Andreas Speth, Lehrer des WFdK.

Irene Kornder, Lehrerin des WFdK als Chronistin der Linie WdG.

Sowie alle Schüler und Schülerinnen dieser Kontemplationslehrer und -lehrerinnen als Mitglieder dieser Linie.

 

Unsere Weggemeinschaft und Kontemplationslinie steht allen kontemplativ Suchenden offen. Wir wünschen uns gemeinsam ein spirituelles Wachsen in die eigene Tiefe und zu unseren Mitmenschen wie zur ganzen Schöpfung. Bleiben wir offen für alle Menschen, die wir begleiten und sind wir beständig auf dem Weg als "Wohnraum des Göttlichen." "Die Sehnsucht nach Verweilen in der Stille wächst, damit sich der Mensch zu dem hin entfaltet, was er in Wahrheit von Anfang an ist: Ein Abbild der göttlichen Schönheit!" Gregor von Nyssa, 4.Jahrh.

 

Luitgard M. Tusch-Kleiner

 

Aktualisiert: 141227

© Dr. W. Kornder

 

Ausdrücklich wird auf das 2014 überarbeitete Werk "Einkehr zur Mitte" von Luitgard Tusch-Kleiner verwiesen, das hier als Download kostenlos für alle Interessierten zur Verfügung gestellt wird.
tusch_kleiner_einkehr_zur_mitte.pdf
Adobe Acrobat Dokument 773.0 KB